Jochbeinimplantate
Einleitung
Patienten, die ihre Zähne verlieren, sind mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Die wichtigsten davon sind der Verlust der Kaufunktion sowie ästhetische und sprachliche Beeinträchtigungen. Auch psychische Probleme und ein Verlust des Selbstbewusstseins im sozialen Umfeld können auftreten. Dank neuer Entwicklungen in der Zahnmedizin sind solche Fälle jedoch kein Problem mehr. Dr. Per-Ingvar Branemark entdeckte 1965 die Osseointegration durch die Einsetzung von Implantaten in die Mundhöhle. Ziel der modernen Zahnmedizin ist es, die verlorenen Funktionen und ästhetischen Bedürfnisse des Patienten wiederherzustellen.
Jochbeinimplantate (ZI) wurden Ende der 1980er Jahre von Prof. Per-Ingvar Branemark entwickelt und in die Zahnarztpraxis eingeführt. Ursprünglich dienten sie der festen Prothesenfixierung bei Patienten mit übermäßigem oder vollständigem Oberkieferknochenverlust (verursacht durch verschiedene onkologische und traumatische Ursachen), für die herkömmliche Zahnimplantate nicht geeignet waren. Ursprünglich wurde im Brenemark-Protokoll ein Implantat pro Jochbein mit zwei oder vier Standardimplantaten im vorderen Bereich beschrieben. Später wurden in der Fachliteratur zahlreiche chirurgische Konzepte und Methoden beschrieben. Heute wird in Fällen, in denen der Knochen im vorderen Bereich für herkömmliche Zahnimplantate nicht ausreichend stark ist, das Konzept der vierfachen Jochbeinimplantate eingeführt, um die Kaukraft optimal auf die Implantate zu verteilen.
Was ist ein Jochbeinimplantat?
Jochbeinimplantate (Abb. 1) sind 30–50 mm lange und 4 mm breite Implantate, die in einem 45-Grad-Winkel vom Gaumen zum Jochbein (Wangenknochen) eingesetzt werden. Sie verlaufen parallel zur lateralen (seitlichen) Wand der Kieferhöhle und erhalten durch den Jochbeinfortsatz (Vorsprünge der Stirn-, Oberkiefer- und Schläfenbeine) eine starke Primärstabilität. In vielen Studien mit zweistufigen Protokollen wurden Überlebensraten von Jochbeinimplantaten von 98–100 % berichtet. Vor der Belastung dieser Prothesen muss eine sechsmonatige Knochenheilungsphase eingelegt werden. Da die Qualität des Jochbeinknochens der des hinteren Oberkieferknochens deutlich überlegen ist und eine dickere und breitere Trabekelstruktur aufweist, eignet er sich hervorragend zur Verankerung der Implantate.
Wann werden Jochbeinimplantate eingesetzt?
Obwohl Jochbeinimplantate von vielen erfahrenen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen sowie Zahnärzten empfohlen werden, sollten sie nicht als erster Behandlungsschritt in Betracht gezogen werden. Eine Operation sollte nur von sehr sorgfältigen und erfahrenen Zahnärzten in Erwägung gezogen werden.
• Bei ausreichendem Knochen im vorderen Oberkieferbereich, jedoch nicht ausreichendem Knochen im hinteren Oberkieferbereich zur Stabilisierung von Implantaten können Jochbeinimplantate eingesetzt werden, um eine Knochentransplantation zu vermeiden.
• Bei langfristiger Verwendung von herausnehmbaren Teilprothesen im hinteren zahnlosen Bereich neben den Frontzähnen des Patienten und wenn dieser Bereich übermäßigen Knochenverlust erlitten hat.
• Zur Unterstützung der Prothese bei onkologischen und traumatischen Knochenentfernungen im Oberkiefer.
• Bei sehr großen Kieferhöhlen kann ein Jochbeinimplantat erforderlich sein, um eine Knochentransplantation zu vermeiden.
Bei der Entscheidung für ein Jochbeinimplantat sollte der Patient von erfahrenen Ärzten untersucht werden. Bei der Beurteilung sollten diese Folgendes beachten:
• Hart- und Weichteilinfektionen im Bereich des Jochbeinimplantats sollten erkannt und behandelt werden.
• Infektionen der Nebenhöhlen sollten vom Chirurgen sorgfältig mit verschiedenen Methoden (Röntgen, Tomographie usw.) untersucht werden.
Was sind die Vorteile von Jochbeinimplantaten?
• Weniger chirurgischer Eingriff
• Generell kürzere Behandlungsdauer
• Minimaler Einsatz von Transplantaten (künstliches Knochenmaterial)
• Patienten, die mit Jochbeinimplantaten behandelt wurden, können ihre vorhandene Totalprothese nach dem Eingriff problemlos verwenden.
Was sind die Nachteile von Jochbeinimplantaten?
Trotz der vielen oben genannten Vorteile gibt es auch einige Nachteile. Jochbeinimplantate sollten bei Patienten mit zahnlosem Oberkiefer oder Backenzähnen nicht als erste Behandlungsmethode in Betracht gezogen werden. In sehr wenigen Fällen werden Jochbeinimplantate erst nach der Diagnose durch hochkompetente Fachärzte eingesetzt.
Da die chirurgische Einführung von Jochbeinimplantaten technisch schwierig ist, sollte sie von gut ausgebildeten und erfahrenen Ärzten durchgeführt werden, die mit allen chirurgischen Bedingungen und Komplikationen umgehen können.
Es besteht das Risiko einer Schädigung der Augenhöhle, des Tränenapparates und der Gesichtsnerven in den angrenzenden Bereichen, in denen das Jochbeinimplantat eingesetzt werden soll.
Obwohl dieser Eingriff weniger risikoreich ist als der Sinuslift, besteht das Risiko einer Nasennebenhöhlenentzündung.
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